Was Sie schon immer über Sekt wissen wollten ...

Was Sie schon immer über Sekt wissen wollten ...
Sekt ist Genuss pur. Damit dieser Genuss voll zur Geltung kommt, sollte Sekt richtig behandelt werden. Vielleicht haben auch Sie sich schon gefragt, wie der Korken eigentlich in die Sektflasche kommt oder wie man eine Sektflasche gekonnt öffnet. Wir haben an dieser Stelle die bisher am häufigsten gestellten Fragen gesammelt und für Sie beantwortet. Sollten Sie noch weitere Fragen zum Thema Sekt haben, nehmen Sie doch einfach direkt Kontakt mit uns auf.

Soll man den Sektkorken knallen lassen?

Wenn der Sektkorken knallt, mag sich mancher darüber freuen, doch der  Sekt gehört nicht dazu. Durch den plötzlichen Druckverlust kommt es bei zu schneller Flaschenöffnung häufig zum Überschäumen des Inhalts, was Ihren Genuss schlimmstenfalls um einige Gläser schmälern kann. So öffnen Sie den Sekt richtig: Bewegen Sie die Flasche langsam und entfernen Sie die Folie und das Drahtkörbchen. Greifen Sie den Korken mit einer Serviette und drehen Sie den Stopfen langsam aus der Flasche. Halten Sie den Verschluss dabei gut fest, und lassen Sie das Kohlendioxid langsam aus der Flasche entweichen. Sie sollten die Flasche in einem 45°-Winkel halten, denn so befindet sich auf dem Korken weniger Druck und das Öffnen der Flasche wird erleichtert. Richten Sie die Mündung der Flasche auf keinen Fall auf Ihre Zuschauer. Ein knallender Sektkorken kann großen Schaden anrichten.  Unser Tipp: Sollte der Stopfen zu fest sitzen, leistet eine Sektzange (oder ein Nussknacker) gute Dienste. Wenn der Korken abbricht, hilft ein Korkenzieher – dann bitte zur Sicherheit immer den Flaschenhals mit einer Serviette umwickeln.



Wie kalt soll Sekt getrunken werden?
Jedes Getränk braucht für das optimale Geschmackserlebnis die richtige  Trinktemperatur. Dabei gilt grundsätzlich: Zu große Kälte macht jeden Geschmack zunichte, wobei der Sekt es im Vergleich zum Wein lieber etwas kühler hat.
Die beste Trinktemperatur ist je nach Art des Sektes leicht unterschiedlich:

  • - bei weißem Sekt zwischen 5-7 °C
  • - bei Rosé-Sekt zwischen 6-8 °C
  • - bei rotem Sekt zwischen 9-11 °C

Unser Tipp: Möchten Sie gern ein Glas Sekt trinken, haben aber keine gekühlte Flasche zur Hand (z.B. wenn unerwartet Besuch gekommen ist)? Hier können Sie schnell Abhilfe schaffen. Füllen Sie Ihren Sektkühler mit kleinen Eisstückchen, die Sie mit Wasser übergießen und mit ca. 2 Esslöffel Salz bestreuen. Dann taut das Eis und es entsteht Verdunstungskälte. Drehen  Sie dann die Flasche in der Kältesole ungefähr 10 Minuten vorsichtig um den Flaschenhals – schon hat Ihr Sekt Trinktemperatur erreicht. Der Fachmann nennt dieses Verfahren „frappieren“. Aber bitte Vorsicht beim Öffnen – halten Sie ein Glas bereit.

Der Löffel im Flaschenhals – wirksam oder ein Märchen?

Zur Frage, ob sich Kohlensäure durch einen Silberlöffel in der Sektflasche länger hält, wurden schon verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Tatsächlich trägt ein Silberlöffel (auf keinen Fall ein Metalllöffel wegen der Oxidation) in einer Sektflasche dazu bei, die Kohlensäure etwas länger zu halten. Der herausragende Löffelkopf dient hier als Radiator und strahlt die  am Stiel empfangene, hochgeleitete Wärme ab. Die Restluft in der Flasche kühlt ab und hält so den Austritt der Kohlensäure auf. Mit zunehmender  Länge des Löffelstiels verstärkt sich die Wirkung. Weitaus besser ist aber  ein Sektflaschenverschluss, der die Flasche dicht abschließt. Eine mindestens halbvolle Sektflasche hält offen ihre Kohlensäure im Kühlschrank für gut einen Tag. Grundsätzlich empfiehlt es sich jedoch, Sekt direkt nach dem Öffnen der Flasche zu trinken, denn nur dann hat er sein volles Aroma und auch den höchsten Anteil an Kohlensäure.

Wie kommen die Perlen in den Sekt?
Das Kohlendioxid, das später in Ihrem Sektglas so schön perlt und dem Sekt sein einzigartiges Prickeln verleiht, entsteht bei der für Sekt typischen zweiten Gärung. Dabei wird die sorgfältig komponierte Cuvée aus edlen jungen Weinen mit Kristallzucker und Reinzuchthefe versetzt, um die zweite, entscheidende Gärung auszulösen.Diese Gärung findet in einem druckfesten Behälter statt, entweder in der Flasche oder in einem Fass, aus dem die Kohlensäure nicht entweichen kann. Bei einem Druck von 6 Bar hören die Hefezellen auf zu arbeiten. Der Sekt ruht jetzt noch mindestens sechs Monate auf der Hefe, was zur Bildung seines feinen Aromas entscheidend beiträgt. Vor der endgültigen Abfüllung werden die Heferückstände entfernt und der Sekt kommt kristallklar in die Flasche. Die charakteristischen Perlen entstehen erst,  wenn Sie die Flasche öffnen. Vom Druck befreit sammelt sich die Kohlensäure zu feinen Bläschen, die langsam perlend in Ihrem Glas aufsteigen und für den prickelnden Genuss sorgen.

Ist Prosecco auch ein Sekt?

Nein – „Prosecco“ ist der Name einer Trauben- bzw. Weinsorte und auch ein Gebietsname. Die Prosecco-Trauben dürfen in ganz Italien und auch im Aus-land angebaut werden. Dabei gibt es „Prosecco Frizzante“ (Kohlensäuredruck zwischen 1 und 2,5 Bar und Gesamtalkohol mindestens 10,5 %-Vol.) und „Prosecco Spumante“ (Kohlensäuredruck mindestens 3 Bar und Gesamtalkohol mindestens 11 %-Vol.).

Wie kommt der Korken in die Sektflasche?

Der Sektkorken wird maschinell hergestellt und gepresst. Das Pressen kann auch durch eine Handmaschine geschehen. Schließlich wird er mit einem Stößel in die Flasche gedrückt. Sehr wichtig ist – gerade bei einem Naturkorken – die Qualität des verwendeten Materials, da er verschiedene Kriterien erfüllen muss. Er muss bruchfest, drehfest (bis 45 Grad Torsionswinkel) und extrem dicht sein.

Sekt oder Champagner – was ist der Unterschied?

Champagner unterscheidet sich von Sekt durch seine Herkunft. Nur mous-sierende Weine aus der französischen Region „Champagne“ dürfen als Champagner bezeichnet werden.

Wissen Sie, wann die deutsche Schaumweinsteuer entstanden ist?

Die Sektsteuer wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg zur Finanzierung der kaiserlichen Flotte eingeführt und bis heute beibehalten (die Steuer wurde beibehalten, nicht die Flotte, denn die heißt heute Bundesmarine). Im Laufe des letzten Jahrhunderts tauchte sie immer mal wieder unter anderem Namen auf. Mal hieß sie Banderolensteuer, dann Staffelsteuer, dann Wertsteuer, die übrigens über die Hälfte des Preises einer Flasche Sekt ausmachte. Auf einer deutschen Flasche Sekt liegt heute ein Euro Sektsteuer.

Das richtige Sektglas – wie sieht es aus?
Damit jeder Schluck des perlenden Tropfens zum vollendeten Genuss wird, kommt es auch auf die richtige Wahl bei den Sektgläsern an. Denn erst mit dem richtigen Glas kann sich das Bukett des Sektes richtig entfalten, ohne zu schnell zu entweichen. Drei typische Formen haben sich seit „Erfindung“ des Sektes heraus-kristallisiert: die Sektflöte, die Sektschale und die Sekttulpe. Flöte und Schale sind heute bei Puristen allerdings nicht mehr en vogue.

Die Schale
In den fünfziger Jahren servierte man Sekt gerne in Schalen mit großen Oberflächen. Glücklicherweise ist dieses ungeeignete Glas wieder aus der Mode gekommen.Die Schale bietet eine zu große Oberfläche, aus der Perlen und Bukett
schnell entweichen und deshalb das Mousseux sein brillantes Spiel nicht entfalten kann. Wobei Schalen-Fans anmerken, man solle Sekt nicht langsam nippen, sondern beherzt trinken: Die Perlen würden gar keine Zeit haben, sich davonzumachen.

Der Kelch
Der schlanke, hohe Kelch erhält die Bläschen wesentlich länger. Zuzuschauen, wie die Perlen in elegantem Kreiseln im Glase hochsteigen, ist fast so genuss-voll wie der erste Schluck. Aber was da so meditativ anmutet, beschleunigt die Verflüchtigung enorm. Zudem verhindert die Enge des Glases die Entwicklung des vollen Buketts.

Die Tulpe
Damit kommt die dritte, die Idealform aufs Silbertablett: die hochstielige Tulpe, unten ausladend bauchig, nach oben hin leicht verjüngt. Sie lässt die Perlen  nur langsam entweichen, konzentriert alle Aromastoffe und bietet dem Genie-ßer das volle Bukett, wie zum Beispiel das feine Chardonnay-Aroma, das einem Premium-Chardonnay Sekt wie Menger-Krug Chardonnay Brut seinen unver-wechselbaren Charakter verleiht. Poetisch gestimmte Trinker fassen übrigens den Stiel ganz unten an. Dann singt das Glas beim Anstoßen wie ein Elfenchor. Verwenden Sie dünnwandige, schlanke Gläser, denn darin kann der Sekt sein volles Bukett am besten entfalten. Ideal sind Gläser, die an ihrer tiefsten Stelle eine Aufrauhung besitzen, den sog. Moussierpunkt. Hier entbindet sich das Mousseux und steigt in einer Kette kleiner Perlen an die Oberfläche.

 

 

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